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Detektivkosten


Lebt die unterhaltsberechtigte Ex-Ehefrau mit einem neuen Partner zusammen?
Geht der angeblich nicht leistungsfähige Kindesvater einer Schwarzarbeit nach?

Solche und ähnliche Fragen lassen sich bei einem Unterhaltsstreit oft nur durch den Einsatz eines Detektivs beantworten. Kann von der Gegenseite verlangt werden, die Kosten des Detektivs zu ersetzen?

Ja, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
1. Es muss von Anfang an ein konkreter Verdacht bestanden haben. Wer dagegen einen Detektiv beauftragt, damit dieser "mal irgendwas herausfinden" soll, kann die Kosten nicht ersetzt verlangen.
2. Die Tatsache, die der Detektiv herausfinden soll, muiss für den Ausgang des Unterhaltsverfahren erheblich sein.
2. Die Detektivkosten müssen erforderlich sein. Der Beweis darf also nicht auf andere, billigere Weise möglich sein.
3. Die Rechnung muss der Höhe nach angemessen sein. Je nachdem, um wie viel Unterhalt es geht, können aber sogar Detektivkosten von mehreren 10.000,- Euro noch angessen sein (OLG Schleswig MDR 2006,175; OLG Koblenz NJW-RR 2003,75).
Der Auftraggeber des Detektivs muss versuchen, bereits bei der Auftragserteilung die Kosten so gering wie möglich zu halten.


Die Kosten für den Ensatz einer GPS-Überwachung sind allerdings nicht ersatzfähig (BGH FamRZ 2013,2668; OLG Oldenburg NJW 2008,3508). Dasselbe kann für andere technische Überwachungsformen gelten (z.B. Videoaufnahmen).