Kann man die Scheidungskosten steuerlich absetzen?

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Kann man die Scheidungskosten steuerlich absetzen? 2017-07-12T08:56:57+00:00

Bis zum Jahre 2013 konnten Anwalts- und Gerichtskosten, die im Zusammenhang mit der Scheidung oder einer anderen Familiensache entstanden, grundsätzlich als “außergewöhnliche Belastungen” steuerlich geltend gemacht werden.

Nach einer Gesetzesänderung 2013 ist umstritten, ob dies weiterhin möglich ist. Es gibt sich widersprechende Gerichtsentscheidungen. So ist z.B. das Finanzgericht Münster der Ansicht, Scheidungskosten könnten weiterhin abgesetzt werden (4 K 1829/14 E). Die überwiegende Rechtsprechung scheint aber dahin zu gehen, dass ein Abzug der Scheidungskosten nicht mehr möglich ist (z.B. Niedersächsisches Finanzgericht 3 K 297/14). Allerdings: Da es bislang (Stand Mai 2015) noch keine höchstrichterliche Entscheidung des Bundesfinanzhofs gibt, sollten Steuerpflichtige weiterhin versuchen, die Kosten in der Steuererklärung gelten zu machen.
Hierfür gelten die nachfolgenden Ausführungen.

Eine steuerliche Absetzbarkeit kommt in Betracht für:

– die Scheidungskosten
– die Kosten eines Unterhaltsprozesses
– einen Rechtsstreit über Sorgerecht / Umgangsrecht
– Kosten des Zugewinnausgleichsverfahrens
– Kosten von Prozessen über die Verteilung von Hausrat oder die Zuweisung der Ehewohnung
– Kosten einer notariellen Scheidungsfolgenvereinbarung
– Abgezogen werden können diejenigen Kosten, die einem selbst entstanden sind. Bei außergerichtlichen Kosten sind dies die Kosten für anwaltliche Beratung, eigene Telefon- und Briefkosten etc. Bei einem Prozess sind es diejenigen Kosten, die man laut Gerichtsentscheidung selbst zu tragen hat. Hat sich einer der Ehegatten in einer Scheidungsfolgenvereinbarung verpflichtet, die Prozesskosten zu tragen, so kann er die gesamten Kosten absetzen.

Allerdings sind die Kosten nicht in voller Höhe absetzbar, sondern der Steuerpflichtige muss einen Teil selbst bezahlen. Wie hoch dieser Teil ist, hängt vom zu versteuernden Einkommen, von der Steuerklasse und vom Familienstand ab.

TIP: Der selbst zu tragende Anteil wird in jedem Jahr erneut abgezogen, weshalb es sich empfiehlt, die Scheidungskosten in ein und demselben Jahr zu zahlen.

Kosten für ein Gutachten, in dem Sachverständige bei einer Scheidung den Wert des Grundbesitzes ermitteln, muss das Finanzamt nicht als außergewöhnliche Belastung anerkennen. Solche Sachverständigenkosten sind nur dann absetzbar, wenn das Gutachten nötig ist, weil die Beteiligten den Wert nicht wissen und auch nicht auf andere Weise (z.B. durch Befragung von Maklern) feststellen können (Finanzgericht Hessen 13 K 985/13).


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