Annahme des Geburtsnamens der Mutter

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Annahme des Geburtsnamens der Mutter2017-06-04T21:21:11+00:00

Der betreuende Elternteil nimmt seinen Geburtsnamen wieder an. Kann auch das Kind diesen Familiennamen bekommen?

Beispiel: Jan Müller ist das Kind von Herrn und Frau Müller. Nach der Scheidung lebt das Kind bei seiner Mutter. Frau Müller nimmt ihren Geburtsnamen wieder an und heißt nun Frau Becker. Kann das Kind, das bei ihr lebt, auch den Familiennamen ” Becker” erhalten?

Leider nein! Denn das Gesetz lässt eine solche Namensänderung nicht zu.

Nur in krassen Ausnahmefällen ist eine Namensänderung nach dem “Namensänderungsgesetz” möglich, wenn es für diese Namensänderung einen wichtigen Grund gibt.

Dieser wichtige Grund liegt aber nicht schon dann vor, wenn die Mutter einen anderen Nachnamen hat als das Kind. Ein solcher Namensunterschied mag zwar im Alltag bisweilen Probleme bereiten, ist aber nach der Rechtsprechung kein wichtiger Grund für eine Namensänderung. Außerdem sind die dadurch entstehenden Unannehmlichkeiten nur vorübergehender Natur: sie fallen weg, wenn das Kind älter bzw. erwachsen ist. Schließlich ist auch die Namensbindung zum “alten” Elternteil wichtig und soll grundsätzlich beibehalten werden. Erforderlich ist vielmehr, dass ohne eine Namensänderung schwerwiegende Nachteile für das Kind drohen würden.

Auch dann, wenn die Mutter ihren Geburtsnamen wieder annimmt und ein weiteres Kind bekommt, welches dann ihren Geburtsnamen trägt, ist dies allein kein Grund, den Familiennamen des ersten Kindes zu ändern. Wie das OVG Sachsen entschieden hat (FamRZ 2014, 73) ist die Namensverschiedenheit von Geschwistern allein kein ausreichender Grund für eine Namensänderung.

Einfacher ist es u.U. , wenn das Kind einen Doppelnamen bekommen soll. In unserem Beispiel wäre das z.B. der Name “Müller-Becker”. In diesem Fall behält das Kind ja auch seinen alten Familiennamen. Deswegen stellen die Gerichte in einem solchen Fall meist nicht so hohe Anforderungen an die Zulässigkeit der Namensänderung (z.B. OLG Köln, 27 UF 221/01). Aus diesem Grund ist zunächst immer zu prüfen, ob das Kind nicht einen Doppelnamen aus seinem bisherigen Familiennamen und dem neuen Familiennamen der Mutter tragen kann.