Dauer des Umgangs

Sie sind hier:   Start / Kinder / Das Umgangsrecht / Dauer des Umgangs
Dauer des Umgangs2017-06-11T07:27:07+00:00

Hinsichtlich der Dauer des Umgangs sollten sich die Eltern in erster Linie untereinander einigen.

Kommt keine Einigung zustande, so bleibt oft nur das “Standard”-Umgangsrecht:
– jedes zweite Wochenende von Freitagnachmittags bis Sonntagnachmittags
– jeder zweite Feiertag an Weihnachten, Ostern und Pfingsten
– je nach Alter des Kindes zusätzlich in den Ferien.

Kann das Umgangsrecht nicht in dieser Weise regelmäßig stattfinden – z.B. weil ein Elternteil auch an Wochenenden arbeiten muss oder weil die Eltern sehr weit auseinander wohnen -, so sind beide Eltern verpflichtet, nach alternativen Lösungen zu suchen. So kann es im Einzelfall etwa in Betracht kommen, dass der Umgang zwar seltener stattfindet, dafür aber der einzelne Umgang länger dauert.

Ein Wechselmodell – also die zeitliche “Aufteilung” des Kindes je zur Hälfte auf beide Elternteile – kann vom Familiengericht nicht gegen den Willen eines Elternteils angeordnet werden (OLG München FamRZ 2013,1822 – anderer Ansicht aber AG Erfurt FamRZ 2015,339). Daraus folgt, dass ein solches Wechselmodell nur möglich ist, wenn beide Elternteile zustimmen.


Übernachtung von Kleinkindern beim anderen Elternteil:

Getrennt lebende Eltern können grundsätzlich nicht verbieten, dass das Kind beim anderen Elternteil auch übernachtet. Ob der umgangsberechtigte Elternteil das gemeinsame Kind über Nacht bei sich haben darf, hängt nicht vom Alter des Kindes ab, sondern davon, ob im konkreten Fall eine Übernachtung das Kindeswohl gefährdet oder nicht. Ist dies nicht der Fall, so kommt eine Übernachtung auch schon bei Kleinkindern in Betracht (OLG Saarbrücken FK 2013, 55).

Auch wenn das Kind noch nie auswärts übernachtet hat, steht dies einer Übernachtung beim anderen Elternteil grundsätzlich nicht entgegen. Eine Gefahr für das Kindeswohl – z.B. weil der Vater nicht mit einem Kleinkind “umgehen” könne – muss nachgewiesen werden. Bloße Verdächtigungen reichen nicht aus.