Anordnung eines Wechselmodells?

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Anordnung eines Wechselmodells? 2017-06-30T00:14:32+00:00

Hält sich ein Kind im Wechsel jeweils die Hälfte der Zeit beim Vater und bei der Mutter auf, so spricht man von einem “Wechselmodell”.

In diesem Zusammenhang stellen sich meist folgende Fragen:

1. Kann das Gericht ein Wechselmodell anordnen, auch wenn ein Elternteil nicht damit einverstanden ist?

Die Antwort ist umstritten. Maßgeblich ist nicht der Wille der Eltern oder eines Elternteils, sondern das Wohl des Kindes.

Man muss bedenken, dass ein Wechselmodell nur klappt, wenn beide Elternteile eine gute Kommunikation untereinander pflegen und in der Lage sind, sich im Hinblick auf das Sorge- und Umgangsrecht abzustimmen. Besteht dagegen zwischen den Eltern eine Konfliktbeziehung, so wirkt sich dies meist negativ auf die gemeinsamen Kinder aus. In solchen Fällen dient ein Wechselmodell nicht dem Wohl der Kinder. Vielmehr sind klare Strukturen im Sinne eines festen Lebensmittelpuntes bei einem Elternteil dem Kindeswohl förderlicher. Die Anordnung eines Wechselmodells gegen den Willen eines Elternteils scheidet daher nach überwiegender Rechtsprechung aus (KG FamRB 2015,413; OLG Saarbrücken FamRZ 2015,62; OLG Karlsruhe FamRB 2015,414). Andere gerichte halten eine solche Anordnung für möglich, wenn dies dem Wohl des Kindes entspricht (OLG Hamburg NZFam 2016,285).

Oft äußern sich die Kinder in der Weise, dass sie gerne zu gleichen Teilen bei beiden Elternteilen leben würden. Je älter die Kinder sind, umso beachtlicher ist dieser Wille. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass hinter dem geäußerten Kindeswunsch häufig die Vorstellung des Kindes steht, keines der beiden Elternteile zurückweisen zu dürfen. Ob das Wechselmodell dem Kindeswohl entspricht, ist aber eine andere Frage, die das Kind in der Regel nicht selbst beantworten kann.

 

2. Wie wirkt sich ein Wechselmodell auf die Unterhaltspflicht aus?

Lesen Sie hierzu bitte das Kapitel ” Unterhalt beim Wechselmodell “.

 

3. Bei wem wird das Kind angemeldet?

Auch bei einem Wechselmodell kann das Kind nicht bei beiden Elternteilen angemeldet werden. Vielmehr müssen die Eltern eine der beden Wonungen als Hauptwohnung des Kindes bestimmen. Können sie sich nicht einigen, so gilt die bisherige Hauptwohnung des Kindes weiterhin als Hauptwohnung (BVerwG 6 C 38.14).


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