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Selbstbehalt und Mangelfall

Wer Unterhalt schuldet, darf auf jeden Fall einen bestimmten Mindestbetrag seines Einkommens für sich behalten - auch dann, wenn er dann nicht mehr den vollen Unterhalt zahlen kann. Diesen Mindestbetrag nennt man "Selbstbehalt".

Führt die Berücksichtigung des Selbstbehalts dazu, dass der eigentlich geschuldete Unterhalt nicht in voller Höhe gezahlt werden kann, so liegt ein so genannter " Mangelfall " vor. In einem Mangelfall unterliegt die Unterhaltsberechnung besonderen Regeln.

Die Höhe des Selbstbehalts hängt zum einen davon ab, ob der Unterhaltsschuldner berufstätig ist oder nicht. Zum anderen hängt die Höhe des Selbstbehaltes davon ab, welcher Person man Unterhalt schuldet.

Die aktuellen Selbstbehaltssätze (Stand 2014) betragen:

Unterhaltspflicht gegenüber: erwerbstätig nicht erwerbstätig
minderjährigen Kindern 1000,- 800,-
volljährigen Kindern 1.200,- 1200,-
Ehegatten 1.100,- 1.100,-
nichteheliche Mutter 1.100,- 1.100,-
Eltern 1.600,- 1.600,-

Anmerkungen:

1. Die Selbstbehaltssätze gegenüber minderjährigen Kindern gelten auch für volljährige Kinder, wenn sie unter 21 Jahre alt sind, sich noch in der allgemeinen Schulausbildung befinden und noch im Haushalt eines Elternteils leben (so genannte "privilegierte Volljährige" ).

2. In den neuen Bundesländern können die Selbstbehaltssätze in den verschiedenen Oberlandesgerichtsbezirken voneinander abweichen. Wir empfehlen Ihnen deshalb die Lektüre der Unterhaltsleitlinien "Ihres" OLGs (maßgeblich ist das OLG, in dessen Bezirk die minderjährigen Kinder leben). Sie finden sie unter "Unterhaltsleitlinien" .


Beispiele:
Ein erwerbstätiger Unterhaltspflichtiger hat gegenüber seinem volljährigen Kind einen Selbstbehalt von 1.200,- Euro.

Ein nicht erwerbstätiger (z.B. arbeitsloser) Unterhaltspflichtiger hat gegenüber seinem minderjährigen Kind einen Selbstbehalt von 800,- Euro.

 

© 2000 2014  Rechtsanwalt Roland Sperling   Stand: 24.10.2014

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