Wer Unterhalt schuldet, darf auf jeden Fall einen bestimmten Mindestbetrag seines Einkommens für sich behalten. Diesen Mindestbetrag nennt man “Selbstbehalt“.

Führt die Berücksichtigung des Selbstbehalts dazu, dass der eigentlich geschuldete Unterhalt nicht in voller Höhe gezahlt werden kann, so liegt ein so genannter ” Mangelfall ” vor. In einem Mangelfall unterliegt die Unterhaltsberechnung besonderen Regeln.

Die Höhe des Selbstbehaltes hängt davon ab, welcher Person man Unterhalt schuldet.

Die aktuellen Selbstbehaltssätze (Stand 2019) betragen:

Unterhaltspflicht gegenüber
minderjährigen oder volljährigen Kindern:1.300,-   *)
Ehegatten:1.200,-
nichtehelicher Mutter (bzw. Vater):1.200,-
Eltern:1.800,-

Die oben genannten Selbstbehalte nennt das Gesetz “angemessenen Selbstbehalt”.

*)  Beim Unterhalt für minderjährige Kinder gibt es neben dem angemessenen Selbstbehalt von 1.300,- Euro noch den so genannten “notwendigen” Selbstbehalt. Dieser notwendige Selbstbehalt gilt im Fall eines so genannten Mangelfalls und ist niedriger als der angemessene Selbstbehalt. Der notwendige Selbstbehalt liegt bei 1.080,- Euro, wenn der unterhaltspflichtige Elternteil erwerbstätig ist, bzw. bei 880,- Euro, wenn er nicht erwerbstätig ist. Dieser notwendige Selbstbehalt gilt auch gegenüber so genannten “privilegierten Volljährigen”. Das sind Volljährige bis 21 Jahren, die noch bei einem Elternteil leben und eine allgemeinbildende Schule besuchen.

Wann der angemessene Selbstbehalt von 1.300,- Euro gilt und wann der notwendige Selbstbehalt, erfahren Sie nachfolgend im Kapitel “Was, wenn der Selbstbehalt unterschritten wird?”

Weitere Einzelheiten zu Selbstbehalt und Mangelfall: