Kann ausgezogener Ehegatte Mieterstattung fordern?

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Kann ausgezogener Ehegatte Mieterstattung fordern? 2017-07-29T08:35:45+00:00

Ausgleich für weiter gezahlte Mieten

Ehegatten, die einen gemeinsamen Mietvertrag unterschrieben haben, sind so genannte “Gesamtschuldner”. Im Innenverhältnis, also im Verhältnis der Mieter untereinander, haften Gesamtschuldner im Zweifel jeweils zur Hälfte. Daraus folgt, dass derjenige Ehegatte, der mehr als die Hälfte der Miete zahlt, dieses “Mehr” vom anderen Ehegatten ersetzt verlangen kann.

Oft ist es so, dass der ausgezogene Ehegatte weiterhin die volle Miete zahlt. Da er im Innenverhältnis aber nur die Hälfte der Miete zahlen muss, kann er die zweite Hälfte von dem Ehegatten, der in der Wohnung wohnt, ersetzt verlangen.

Das gilt allerdings dann nicht, wenn diese Mietzahlung bereits bei der Ehegatten-Unterhaltsberechnung berücksichtigt worden ist. Wenn z.B. der Ehemann ausgezogen ist und weiterhin die volle Miete von 800,- Euro zahlt, so kann er bei der Berechnung des Ehegattenunterhalts diese 800,- Euro von seinem Einkommen abziehen. Dieser Vorwegabzug führt dazu, dass er rund 400,- Euro weniger Unterhalt zahlen muss. Er hat also die halbe Miete, nämlich die 400,- Euro, die er eigentlich von seiner Ehefrau ersetzt verlangen könnte, schon über die Unterhaltsberechnung wieder “raus”. Er kann dann natürlich nicht noch einmal zusätzlich verlangen, dass seine Frau sich an der Miete beteiligt.

Der ausgezogene Ehegatte muss in einem solchen Fall genau berechnen, ob es für ihn günstiger ist, die Miete beim Unterhalt
abzuziehen, oder die halbe Miete ersetzt zu verlangen. Wenn der Ehegattenunterhalt, den er ohne Vorwegabzug der Mietzahlung schulden würde, niedriger ist als die halbe Miete, dann steht er sich besser, wenn er den Ausgleich nicht über den Unterhalt regelt.

Beispiel: Der ausgezogene Ehemann zahlt weiterhin die Miete von 800,- Euro. Er kann also 400,- Euro von seiner Frau ersetzt verlangen. Wenn er ohne den Vorwegabzug der Mietzahlung Ehegattenunterhalt in Höhe von 200,- Euro zahlen müsste, dann kann er dadurch, dass er bei der Unterhaltsberechnung die Miete von seinem Einkommen abzieht, auch maximal diese 200,- Euro Ehegattenunterhalt sparen. Denn niedriger als 0,- Euro kann der Unterhalt nicht werden. Er spart in diesem Fall also nur 200,- Euro, während er bei einem Ausgleich außerhalb der Unterhaltsberechnung 400,- Euro fordern könnte.


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