Wie wird der Hausrat aufgeteilt?

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Wie wird der Hausrat aufgeteilt? 2017-07-29T07:09:20+00:00

Vorbemerkung: Da die Aufteilung des Hausrats unter anderem von den Eigentumsverhältnissen abhängt, ist zunächst zu klären, wer Eigentümer ist. Näheres dazu lesen Sie bitte im Kapitel “Wem gehört der Hausrat?”

1. Während der Trennung:

Während der Trennung kommt nur eine vorläufige Regelung der Besitzverhältnisse in Betracht. Es kommt hierbei auf die Eigentumsverhältnisse an:

(1) Hausrat im Alleineigentum eines Ehegatten:

Jeder Ehegatte kann grundsätzlich diejenigen Hausratsgegenstände mitnehmen bzw. herausverlangen, an denen er Alleineigentum hat, § 1361a Abs. 1 BGB.
Ausnahmsweise kann jedoch der andere Ehegatte verlangen, dass ihm dieser Hausrat zum vorübergehenden Gebrauch bis zur Scheidung überlassen wird, wenn er sie zur Führung eines eigenen Haushalts benötigt und die Überlassung “der Billigkeit entspricht” (also gerecht ist), § 1361a Abs. 1 Satz 2 BGB. Falls minderjährige Kinder vorhanden sind, entspricht es in der Regel der Billigkeit, dass Gegenstände wie Herd, Kühlschrank, Esszimmer etc. bei demjenigen Ehegatten bleiben, bei welchem die Kinder leben. Zu berücksichtigen ist aber auch, wer aufgrund seines Einkommens oder seines Vermögens eher in der Lage ist, neue Sachen anzuschaffen.

Der Eigentümer-Ehegatte kann u.U. vom anderen Ehegatten, dem er seinen Hausrat zur Weiterbenutzung überlassen hat, eine Nutzungsvergütung verlangen.

(2) Hausrat im gemeinsamen Eigentum beider Ehegatten:

Diese Hausratsgegenstände sind nach den Grundsätzen der “Billigkeit” zu verteilen. Es kommt nicht darauf an, ob sie einer der Ehegatten benötigt, jedoch sind auch hier die Bedürfnisse minderjähriger Kinder zu berücksichtigen. Außerdem kommt es auch hier auf die Einkommens- und Vermögensverhältnisse an, so dass z.B. der einkommenslosen Ehefrau eher die Kücheneinrichtung und die Waschmaschine zu überlassen wäre, während der gut verdienende Ehemann dafür z.B. die Unterhaltungselektronik mitnimmt.

Grundsätzlich soll beiden Ehegatten Hausrat von ungefähr gleichem Wert überlassen werden. Erhält indes ein Ehegatte Hausrat, der wesentlich mehr wert ist als derjenige des anderen Ehegatten (was z.B. der Fall sein kann, wenn beim ersten Ehegatten gemeinsame Kinder leben und er deshalb Küche, Waschmaschine etc. behält), kann er u.U. verpflichtet sein, dem anderen Ehegatten eine Nutzungsvergütung zu zahlen.

2. Nach der Scheidung: 

(1) Hausrat im Alleineigentum eines Ehegatten:

Eine Verteilung von Hausrat, der einem Ehegatten allein gehört, kommt für die Zeit nach der Scheidung grundsätzlich nicht in Betracht. Deshalb kann jeder Ehegatte spätestens mit der Scheidung die ihm allein gehörenden Gegenstände vom anderen Ehegatten herausverlangen. Nur ganz ausnahmsweise kann der andere Ehegatte die Weiterbenutzung verlangen, nämlich wenn er dringendst darauf angewiesen ist und auch die Sozialhilfe ihm diese Gegenstände nicht zur Verfügung stellt – was nur ganz selten vorkommen dürfte.

(2) Hausrat im gemeinsamen Eigentum beider Ehegatten:

Gemeinsamer Hausrat ist nach billigem Ermessen nach den Umständen des Einzelfalls gerecht und zweckmäßig zu verteilen. Es ist deshalb eine umfassende Abwägung aller Kriterien erforderlich:
Das Wohl der Kinder hat Vorrang. Falls minderjährige Kinder vorhanden sind, entspricht es in der Regel der Billigkeit, dass Gegenstände wie Herd, Kühlschrank, Esszimmer etc. bei demjenigen Ehegatten bleiben, bei welchem die Kinder leben.

Zu berücksichtigen ist auch, wer aufgrund seines Einkommens oder seines Vermögens eher in der Lage ist, neue Sachen anzuschaffen.

Weitere Kriterien sind, wer die Sachen während der Ehe auf seine Kosten angeschafft hat oder wer besonders an einer Sache “hängt”.

Eine gerechte Verteilung setzt grundsätzlich voraus, dass beide Ehegatten in etwa gleiche Werte erhalten. Erhält indes ein Ehegatte Hausrat, der wesentlich mehr wert ist als derjenige des anderen Ehegatten (was z.B. der Fall sein kann, wenn beim ersten Ehegatten gemeinsame Kinder leben und er deshalb Küche, Waschmaschine etc. behält), kann er u.U. verpflichtet sein, dem anderen Ehegatten eine Ausgleichszahlung zu leisten.


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