Kindergeld und Kinderfreibetrag

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Kindergeld und Kinderfreibetrag 2017-06-29T23:35:05+00:00

Wie verhält sich das Kindergeld zum Kinderfreibetrag?

Eltern, die zusammenleben, steht pro Kind ein Kinderfreibetrag von 4.368,- Euro jährlich zu. Getrennt lebende Eltern erhalten ab dem Jahr, welches auf die Trennung folgt, jeder pro Kind einen Kinderfreibetrag von 2.184,- Euro jährlich.

Eine Übertragung des halben Kinderfreibetrags auf einen Elternteil mit der Wirkung, dass dieser dann einen ganzen Kinderfreibetrag hat, ist nicht mehr möglich (§ 32 Abs. 6 EStG).
Kindergeld und Kinderfreibetrag werden nicht kumulativ gezahlt. Vielmehr erhalten Eltern im Ergebnis entweder nur Kindergeld, oder nur den Kinderfreibetrag – je nachdem, was für die Eltern günstiger ist.

Was günstiger ist, rechnet das Finanzamt automatisch aus. Während des Jahres wird i.d.R. erstmal Kindergeld gezahlt, und zwar derzeit 190,- Euro monatlich für das erste, zweite Kind, 196,- Euro für das dritte Kind und 221,- Euro ab dem vierten Kind. Das ergibt z.B. bei den ersten Kindern jeweils 2.208,- Euro im Jahr Das Kindergeld steht je zur Hälfte beiden Elternteilen zu (s.o.). Nach Ablauf des Jahres rechnet das Finanzamt anlässlich der Steuererklärung aus, ob der Steuerpflichtige mehr als der ihm zustehenden Hälfte des Kindergeldes spart, wenn ihm der Kinderfreibetrag gewährt wird. Dies ist bei höheren Einkünften der Fall. Falls der Steuerpflichtige sich mit dem Kinderfreibetrag besser steht als mit dem Kindergeld, erhält er den Kinderfreibetrag. Das bereits gezahlte Kindergeld wird dann verrechnet.

In der Regel ist es ab einem zu versteuernden Einkommen von ca. 63.500,- Euro bei Eheleuten und von 33.500,- Euro bei Ledigen günstiger, den Kinderfreibetrag in Anspruch zu nehmen, als das Kindergeld.

Obwohl der Kinderfreibetrag erst nachträglich gewährt wird, kann man einen Kinderfreibetrag auf der Steuerkarte eintragen lassen. Das hat aber nicht etwa zur Folge, dass man weniger Einkommenssteuer vorauszahlen müsste. Die Eintragung des Kinderfreibetrags wirkt sich dahingehend so aus, dass weniger Kirchensteuer und weniger Solidaritätszuschlag gezahlt werden müssen.


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