Nebeneinkünfte im Unterhaltsrecht

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Nebeneinkünfte im Unterhaltsrecht2017-11-11T16:48:02+00:00

Bei einer Nebentätigkeit ist zu unterscheiden:

Eine geringfügige Tätigkeit ist immer dann voll als Einkommen anzurechnen, wenn es die einzige Einnahmequelle ist.

Besteht bereits eine Vollzeittätigkeit, so ist eine zusätzlich ausgeübte weitere Nebentätigkeit in der Regel “überobligatorisch” (“nicht geschuldet”), d.h. die Einkünfte aus der Nebentätigkeit werden nicht mitgerechnet.

Ausnahme: Anders ist es aber dann, wenn Unterhalt für minderjährige Kinder geschuldet wird und das Einkommen aus der Vollzeittätigkeit  allein nicht ausreichen würde, um wenigstens den Mindestunterhalt der Kinder zu zahlen, also den Unterhalt nach der untersten Stufe der Düsseldorfer Tabelle. In diesem Fall wird das Einkommen aus der Nebentätigkeit mitgerechnet, um zumindest den Mindestunterhalt der Kinder sicherzustellen. Das gilt jedenfalls solange die maximal zulässige Wochenarbeitszeit von 48 Stunden nicht überschritten wird.

Wird neben einer normalen Vollzeitstelle noch eine Nebentätigkeit ausgeübt, um solche Schulden abzahlen zu können, die nicht vom Einkommen abgezogen werden können, so zählen die Nebeneinkünfte bis zur Höhe der monatlichen Schulden nicht mit.

Beispiel: Der Kindesvater hat ein Einkommen aus einer Vollzeitstelle von netto 2.000,- Euro. Er hat sich einen teueren Pkw auf Kredit gekauft, wofür er monatlich 300,- Euro abzahlen muss. Diese 300,- Euro kann er bei der Unterhaltsberechnung nicht vom Einkommen abziehen (sondern nur die Fahrtkosten zur Arbeit und zurück). Wenn er nun noch einen Nebenjob annimmt, bei welchem er 400,- Euro verdient, so werden davon für die Unterhaltsberechnung nur 100,- Euro angerechnet. Die restlichen 300,- Euro werden auf die Kreditraten verrechnet, die er ja unterhaltsrechtlich nicht abziehen kann.